Fundsachen
Die geologische Vielfalt der Sahara ist atemberaubend und ihre komplexe Entstehungsgeschichte umfasst einen Zeitraum von mehr als 500 Millionen Jahren. Sie reicht vom Erdaltertum bis in unsere Neuzeit und dieses erdgeschichtliche Tagebuch erschließt sich vollständig nur im wissenschaftlichen Studium. Im Zusammenwirken unterschiedlicher Klimaphasen und mit der Erosion entstanden aus felsigem Urgestein, Vulkanen, gewaltigen Schichten von Sedimentgesteinen und einem bis zu 3000 m mächtigen Verwitterungsschutt faszinierende Landschaften.
Die Fundsachen, die dem Reisenden heute vor Ort begegnen sind jedoch nicht nur Fossilien und mineralische Dokumente aus ihrer Entstehungsgeschichte, sondern auch die Zeugnisse von der Besiedlung durch den Menschen in den letzten 10 000 Jahren. An erster Stelle stehen dabei die Vielzahl von Gravuren und Felszeichnungen, sowie Artefakte wie Faustkeile, Pfeilspitzen und Reibschalen oder auch unterschiedlichste Grabanlagen.
Fundstücke aus den letzten 100 Jahren betreffen nicht nur die Hinterlassenschaften von früheren Expeditionen und Touristen. Besonders deprimierend sind die Zeugnisse der unterschiedlichsten kriegerischen Ereignisse, die hier stattfanden. Selbst in den abgelegensten Regionen der Sahara trifft man auf Spuren beider Weltkriege und von verschiedenen, zum Teil noch heute andauernden Bürgerkriegen. So sind bis heute viele Gebiete der Sahara unzugänglich wegen der Landminen, die vor Jahrzehnten verlegt wurden.